Eine Kooperation des Museumsquartiers Bern Grönland in Sicht! Perspektiven auf ein koloniales Erbe

16.09.2025 bis 31.05.2026

Was erzählt eine 116 Jahre alte Sammlung von grönländischen Artefakten? Die Antwort ist: einiges mehr über die Schweiz als über Grönland.

Faszination und Sehnsucht nach dem «ewigen Eis»: Die Beziehung der Schweiz zu den Polarregionen ist seit Langem von einer starken Anziehung geprägt. Dies zeigt sich auch in der Museumssammlung. Anfang des 20. Jahrhunderts führten zwei Schweizer Expeditionen ins dänisch-koloniale Grönland. Die Expeditionen brachten zahlreiche Dinge von Grönland mit, die heute als «Grönland-Sammlung» im Museum aufbewahrt werden.

Als Beispiel für ethnografische Sammlungen als problematisches koloniales Erbe im 21. Jahrhundert wirft die «Grönland-Sammlung» heute spannende Fragen auf. Davon beantwortete die Ausstellung bewusst nicht alle.

Erkenntnis beim Blick auf die Darmhautparka: Wenn man auf das kulturelle Erbe von anderen schaut, sieht man auch sich selbst. © BHM, Stefan Wermuth, Bern

Die am 16. September 2025 eröffnete Ausstellung erörterte, woher die Faszination für polare Welten rührte, die Schweizer Expeditionen Anfang des 20. Jahrhunderts nach Grönland geführt hatte. Die Besucher:innen erfuhren auch, warum sich das Bernische Historische Museum 1910 für die Gegenstände interessiert hatte, die aus Grönland mitgebracht worden waren.

Wie aber die Zukunft ethnografischer Sammlungen und Museen aussieht oder welche Bedeutung indigene Objekte im 21. Jahrhundert haben, dies sind Fragen, für die das Museum in der Ausstellung die Deutungshoheit abgab und stattdessen in der begleitenden Abendreihe den Raum öffnete, um zuzuhören und gemeinsam Antworten zu finden.

Das grönländische Kajak war das Sehnsuchtsobjekt des damaligen ethnografischen Kurators Rudol Zeller. © BHM, Stefan Wermuth, Bern
Was bedeutet «Indigenität» heute? Das erfährt, wer jenen Menschen zuhört, für die diese Frage wichtig ist. © BHM, Stefan Wermuth, Bern
Inuit Dolls: über hundert Jahre altes Kinderspielzeug und einst begehrte Sammlungsstücke europäischer Museen. © BHM, Stefan Wermuth, Bern
Die Ausstellungsbibliothek ermöglichte selbstständiges Eintauchen in selbstgewählte Themen. © BHM, Stefan Wermuth, Bern
Heute noch faszinieren polare Welten in der Schweiz. Davon zeugen zahlreiche Einsendungen von Ferienfotos aus Polargebieten. © BHM, Stefan Wermuth, Bern

Eine Kooperation des Museumsquartiers Bern

Der Helvetiaplatz grenzte für kurze Zeit gleich zweimal an Grönland: Das Publikum konnte im ALPS Alpines Museum der Schweiz und im Bernischen Historischen Museum zwei sich ergänzende Ausstellungen zu Grönland besuchen.

Gute Ergänzung zu vis-à-vis!
Aus dem Gästebuch

Realisation

Gesamtleitung: Thomas Pauli-Gabi

Projektsteuerung: Aline Minder

Projektleitung: Anna-Pierina

Konzeption: Anna-Pierina Godenzi, Gisèle Maerky, Vera Lou Mauerhofer, Aline Minder, Mira Shah

Ausstellungstexte: Mira Shah

Vermittlungskonzept: Vera Lou Mauerhofer

Projektassistenz: Jathursani Gunatharan

Ausstellungsgestaltung: Studio Dan Jakob, Basel 

Ausstellungsgrafik: Bonsma & Reist, Bern

Lichtgestaltung: matí AG, Adliswil

Umsetzung: Technische Dienste BHM, Andreas Gasser und Team

Marketing & Kommunikation: Merja Rinderli, Nicole Zimmerli

Konservierung, Objektmontage und -logistik: Konservierung-Restaurierung BHM, Dominic Bütschi und Team

Wir danken

Wir bedanken uns herzlich bei unserem Kooperationspartner im Museumsquartier Bern, dem ALPS Alpines Museum der Schweiz für die Zusammenarbeit.