Museumsquartier Bern Erfolgreicher Start in die Realisationsphase
Vor vier Jahren haben sich elf Institutionen auf dem Areal zwischen der Kunsthalle und dem Gymnasium Kirchenfeld zum Verein Museumsquartier Bern zusammengeschlossen. In der darauffolgenden Aufbauphase flossen viel Zeit und Energie in den Aufbau tragfähiger Strukturen sowie in die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit. Ziel war es, die vorhandenen Potenziale in der gemeinsamen Programmierung und Vermarktung bestmöglich zu nutzen. Von Beginn an war das Team des Bernischen Historischen Museums aktiv beteiligt – sei es bei der Organisation von Veranstaltungen im Museumsgarten, bei der Entwicklung gemeinsamer Angebote oder in strategischen Arbeitsgruppen.
Kooperationen im Museumsquartier
Die in der Praxis gesammelten Erfahrungen bildeten die Grundlage für ein neues Geschäftsmodell, das die Leitlinien für die 2025 gestartete Realisationsphase setzt. Einen anschaulichen Vorgeschmack auf das vorhandene Kooperationspotenzial bot die Zusammenarbeit des Bernischen Historischen Museums mit dem ALPS alpines Museum der Schweiz zum Thema Grönland: In den benachbarten Häusern erhielt das Publikum Einblicke aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Während das ALPS aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen filmisch beleuchtete, ergänzte das Bernische Historische Museum diese mit einer Ausstellung zur kolonialen Geschichte Grönlands und deren Verbindungen zur Schweiz. Solche thematischen Verknüpfungen wollen wir auch künftig im Museumsquartier realisieren. Ein wichtiges neues Instrument dafür ist die Projektbörse, die einen regelmässigen und strukturierten Austausch über die Mehrjahresplanung der beteiligten Häuser ermöglicht. Sie dient gewissermassen als «Geburtshelferin» für gemeinsame Vermittlungsangebote, indem sie frühzeitig gegenseitige Anknüpfungspunkte sichtbar macht und deren Umsetzung erleichtert.
Dachmarke Museumsquartier
Parallel zur Vertiefung der Kooperationen im Bereich Vermittlung bildete die Einführung einer Dachmarke einen zweiten Schwerpunkt im ersten Jahr der Realisationsphase. Mit einem neuen Corporate Design wird das Museumsquartier Bern nun auf der gemeinsamen Website sowie in lokalen Werbekampagnen sichtbar. Informationstafeln im Aussenraum und an den Eingängen der Institutionen markieren die Zugehörigkeit zum Museumsquartier. Zudem wurde der Museumsquartier-Pass eingeführt, der zu einem stark reduzierten Preis während fünf Monaten Eintritte in fünf Museen ermöglicht – ein Angebot, das die Marke und die Vielfalt des Quartiers attraktiv vermittelt.
Museumsgarten im Museumsquartier
Der Museumsgarten stand den Quartierbewohnenden und dem Museumspublikum das ganze Jahr über als Aufenthaltsort offen und wurde für zahlreiche Veranstaltungen genutzt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fliessen in die zukünftige Gestaltung des Museumsgartens ein, der sich zu einem qualitativ hochwertigen Aufenthalts- und Veranstaltungsort im Herzen des Museumsquartiers entwickeln soll. Diese Planung ist eingebettet in eine städtebauliche Arealentwicklung, die im Dezember 2025 mit der Ausschreibung eines Studienwettbewerbs gestartet wurde. Ziel des Verfahrens ist es, das Museumsquartier als zusammenhängenden Kultur- und Stadtraum weiterzuentwickeln und die Basis für eine gemeinsame langfristige Arealplanung zu schaffen. Bis Ende 2026 sollen die Studienergebnisse vorliegen.