Internationales Architekturfestival Open House Bern
03.05.2025 bis 04.05.2025
Türöffnung für Baukultur-Interessierte anlässlich des Architekturfestivals: Zwei Führungsthemen gaben Einblick in gebaute Geschichte sowie in die Zukunft des Bernischen Historischen Museums. 85 Personen nahmen an den angebotenen vier Führungen teil.
Baukultur und Stadtentwicklung
Open House Bern fand zum zweiten Mal statt und lockte erneut zahlreiche Architekturfans an. Auch bei der Premiere des Formats in Bern 2024 hatte das Bernische Historische Museum mitgemacht. Dieses Jahr öffnete das Museum an zwei Tagen seine Türen für architekturbegeisterte Besucher:innen und bot Einblicke hinter seine Fassaden – sowohl in gebaute Geschichte als auch in kommende Visionen.
Das internationale Architekturfestival wurde 1992 in Grossbritannien gegründet und findet heute in 60 Städten statt. Es ist die weltweit grösste Plattform zur Vermittlung von Baukultur und Stadtentwicklungsthemen.
Erweiterungsbau Kubus
Im Mittelpunkt der Führung mit dem Architekten Claude Marbach stand der markante Erweiterungsbau Kubus, entworfen vom Bieler Büro :mlzd. Zwischen 2006 und 2009 errichtet, beherbergt er Depoträume, eine grosszügige Ausstellungshalle und moderne Arbeitsbereiche. Die kristallin geschnittene Betonfassade auf der Südseite trifft auf eine spiegelnde Glasfront im Norden, die den gegenüberliegenden Altbau reflektiert und mit ihm in einen spannungsvollen Dialog tritt. Die Teilnehmenden erhielten Einblick in die gestalterischen und funktionalen Überlegungen, die diesem prägenden Bau zugrunde liegen, und erlebten ihn aus einer seltenen Innenperspektive heraus.
Gesamterneuerung Museum
Die andere Führung führte in die Zukunft: Sie widmete sich der geplanten Gesamterneuerung des Museums – der ersten in seiner 130-jährigen Geschichte. In einem dialogischen Rundgang zeigten Architektin Pascale Bellorini und Museumsdirektor Thomas Pauli-Gabi auf, wie sich das Haus im Lauf der Zeit weiterentwickelte: Vom ursprünglichen Museumsschloss im Stil des Historismus (1894) über den Moser-Anbau von 1922 bis hin zum heutigen Ensemble mit dem Kubus. Gleichzeitig gewährten sie einen Ausblick auf das anstehende Sanierungs- und Erweiterungsprojekt, das historischen Bestand mit visionärer Museumsarchitektur verknüpfen wird und den Weg ebnet für eine Museumszukunft am Puls der Zeit.